Bespielbare Welt - Begreifbare Welt

Teil 1: Praxisteil mit Workshops und Spielfest vom 11. bis 15. September 2014 in Bonn
Teil 2: Theorieteil/Fachtagung 16. bis 18. November 2014 in der Akademie Remscheid

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Spiel ist Teilhabe

Zeit zum Spielen ist Zeit zum Leben, Umsetzung des UN Kinderrechtes auf Spiel in Europa.
Dr Ute Navidi, London.

Kinder haben laut UN-Kinderrechtskonvention Art. 31 ein Recht auf Spiel. Wie dieses in den einzelnen Ländern vor Ort umgesetzt wird, welche Rolle die Nicht-Regierungs-Organisationen in den einzelnen Ländern dabei spielen und wie sie voneinander lernen können in der Förderung des Freien Spiels, soll Hauptthema des Beitrages sein.
Der besondere Fokus liegt dabei auf zwei Aspekten:

  1. Spielen im öffentlichen Raum und
  2. Zeit zu spielen
  3. Als Grundlage wird das Verständnis angenommen, dass die Konzepte des Spiels für die körperliche und geistige Gesundheit von Kindern grundlegend sind, und dass das Spiel die Kreativität, das Vorstellungsvermögen, und das Selbstvertrauen fördert. Spielen ermöglicht dem Kind teilzunehmen, sein Wissen und sein Talent einzusetzen und zu verbessern sowie seine Persönlichkeit zu stärken. Spielen macht Spaß (aber nicht immer), setzt Phantasie frei, ist soziales Training und ist die ganzheitliche Lerntechnik. Dafür braucht es öffentliche Frei- und Bewegungsräume, und Zeit zum Spielen. Und noch einiges mehr. Zwischen den einzelnen europäischen Ländern gibt es große Unterschiede in den Rahmenbedingungen, der Kultur und der Organisation der Spielförderung. In Staaten wie England und Deutschland hat die Arbeit von Nicht-Regierungs-Organisationen eine lange Tradition. Angebote wie Spielmobile, die Betreuung von Spielangeboten durch Ehrenamtliche, die Spielleitplanung, Straßenspielangebote konnten sich hier entwickeln. Heutzutage legen Regierungen immer mehr Wert auf internationale Vergleiche – z.B. die PISA Studie (Programm zur weltweiten Schülerbeurteilung) – als Grundlage für eine effektive Politik, die die sozialen und wirtschaftlichen Perspektiven verbessern, und Anreize für mehr Effizienz in der Schulbildung geben. Ressourcen werden dann entsprechend mobilisiert, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Die Auswirkung dieses Drucks auf die ganzheitliche Entwicklung des Kindes kann kontraproduktiv sein. Durch die Allgemeine Bemerkung 17 „Das Recht des Kindes auf Ruhe, Freizeit, Spiel, aktive Erholung sowie auf Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben“ (Artikel 31, Kinderrechtskonvention) haben wir die Möglichkeit, den Veränderungsprozess in den einzelnen Staaten zu beeinflussen, und die Hindernisse zu beseitigen, welche die Kinder vom Spielen abhalten und ihre Spielräume und Zeit für das Spiel einschränken. Zeit zum Spielen ist Zeit zum Leben.

Dr. Ute Navidi, International Play Association – Regional Vice President (Europe) – ehrenamtliche Mitarbeiterin, unabhängige Internationale Beraterin, Internationale unabhängige Expertin bei der Europäischen Kommission, ehemalige Geschäftsführerin, London Play (NGO).

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