Bespielbare Welt - Begreifbare Welt

Teil 1: Praxisteil mit Workshops und Spielfest vom 11. bis 15. September 2014 in Bonn
Teil 2: Theorieteil/Fachtagung 16. bis 18. November 2014 in der Akademie Remscheid

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Erfolgsgeschichte Spiel

Spiel und Spielraum als anthropologische Konstante der Bildung.
Prof. Dr. Wolfgang Zacharias, Universität Merseburg.

Spiel, Spiele, Spielen bildet und ist unverzichtbarer Teil öffentlicher und allgemeiner, insbesondere kulturell-ästhetische Bildung. Wir sprechen heute von vielfältigen Spielkulturen und Spielformaten, auch in der Spannweite eigenständig-informell bis inszeniert-angeleiteten Formen. Der ‚homo ludens‘ ist eine anthropologische Konstante zwischen, wie wir heute auch sagen ‚Sinne und Cyber‘ bzw. Subjekt und (Um-)welt (vgl. Stenger, Deeg, Baer, Knecht, Winter in Bockhorst/ Reinwand/ Zacharias 2012).

In den letzten Jahreszehnten hat sich dazu eine Vielfalt flexibler, situativer und temporärer Formen der Spielförderung insbesondere im öffentlichen Raum ausgebildet: Spielaktion, Spielanimation, Spielmobil, spielerische Interventionen und Inszenierungen. Die Spiellandschaft ist Teil insbesondre kindlicher Kultur- und Bildungslandschaften mit sozialräumlichen Akzenten, vernetzt und mit Kooperationsbedarf in professioneller spiel- und kulturpädagogischer Verantwortung. Idealerweise geschieht dies ‚umsonst und draußen‘, aber auch in Museen bis hin zu Medien und ist aktuell selbstverständlicher Teil der Kinderkultur in öffentlicher Verantwortung.
Der Workshop beschäftigt sich mit dieser Erfolgsgeschichte, anteilig am Beispiel München und mit Projekten seit Ende der 1960er Jahre. Dabei gilt es auch allgemein zu thematisieren:

  • Die neue Rolle der medialen Spiele: Der homo ludens digitalis und die imaginäre Spielwelten.
  • Der öffentliche Raum als Spielraum ‚für alle‘ und der Bedarf attraktiv-authentischer Spielereignisse, und Spielerlebnisse, körperbetont sowohl naturnah wie urban
  • Die Bewegung: raus aus der Schule – und nun wieder zurück in die (Ganztags-)Schule? Es geht neu und erweitert um Spielchancen im Konzept von Ganztagsbildung und Sozialraumorientierung, Teilhabegerechtigkeit mit spielpädagogischem Qualifizierungsbedarf und Professionalisierung.

Pragmatisch und weiterhin zukünftig geht es dann um das kommunale Engagement zugunsten der Vielfalt und Erreichbarkeit attraktiv-authentischer Spielangebote sowie konzeptionell um die neue realdigitale Komplementarität zwischen körperlichen und immateriellen Spielformaten und deren systematischen Wechselwirkungen – als öffentlicher Bildungsauftrag mit eigenen zeit-räumlich flexiblen Mustern.

Literaturhinweis: Bockhorst/ Reinwand/ Zacharias (Hg.): Handbuch Kulturelle Bildung, München 2012

Prof. Dr. Wolfgang Zacharias, Pädagogische Aktion/ SPIELkultur e.V., Kunst-/Kulturpädagoge.

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